Fortschreibung des Regionalen Handlungs- und Entwicklungskonzeptes des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen

Ausgangslage

Das Lausitzer Seenland ist eine junge und dynamische Region, welche sich in einem kontinuierlichen Weiterentwicklungsprozess befindet. In den Bergbaufolgelandschaften der Lausitz findet nach wie vor ein gewaltiger Struktur- und Landschaftswandel statt. Neben der Revitalisierung von ehemaligen Industriestandorten sind es vor allen Dingen die Tagebauareale, die entsprechend der landesplanerischen und bergrechtlichen Vorgaben so herzurichten sind, dass eine gefährdungsfreie Nachnutzung möglich ist. Eine Landschaft verändert dabei ihr Gesicht, vom Braunkohlenrevier zum Tourismus- und Naturparadies.

Im Jahr 2003 wurde ein Regionales Entwicklungs- und Handlungskonzept (REK) beschlossen, das ein Leitbild und Schlüsselprojekte im regionalen Konsens entwickelt hatte und die Akteure auf breiter Basis verpflichtete. Das REK war ein erfolgreiches konzeptionelles Instrument für die bisherige ganzheitliche Entwicklung im Lausitzer Seenland. Seit der Erstellung dieses Konzeptes wurde es von den handelnden Akteuren der Region als Orientierungs- und Handlungsmaßstab angesehen. Die Entwicklung zu einer sportlich und aktiven Urlaubsregion ist weit voran geschritten.

Die Entwicklungsziele, -empfehlungen und –tendenzen sind jedoch teilweise abgearbeitet oder in der ursprünglichen Form nicht mehr relevanter Bestandteil der regionalen Entwicklung. Durch veränderte Rahmenbedingungen im Lausitzer Seenland ist das REK als Arbeitsgrundlage somit nicht oder nur noch in Teilen verwendbar und die Anpassung an die veränderten Bedingungen und Voraussetzungen verlangt eine Fortschreibung.

Eine Fortschreibung – warum?

Folgenden Entwicklungen und neuen Rahmenbedingungen unterliegt der Anpassungsprozess im Lausitzer Seenland:

  • Neuausrichtung der Bedarfe der touristischen Infrastruktur - Neue Bedarfe an touristischer Basisinfrastruktur und Folgeinfrastruktur (z.B. in Folge der Überleiter, Schiffsanleger) und Vernetzungsprojekte im Bereich der Infrastruktur
  • Anpassung der Gebietskulisse (Verbandsmitglieder)
  • Neudefinition der Rolle des Lausitzer Seenlandes im nationalen und internationalen Vergleich
  • Vorliegen von gemeindlichen Konzepten, fortgeschriebenen Flächennutzungspläne, sowie Bebauungspläne an den Seen
  • Ereignis der Grundbrüche und Rutschungen - Beschränkte Flächenverfügbarkeit / Anforderung an Flächenmanagement
  • Funktionszuweisung der Seen
  • Änderung der Flutungszeiträume - Verschiebung der vollständigen Flutung der Seen um 5-10 Jahre
  • Sanierungsarbeiten am Knappen- und Silbersee

Für eine weitere strategische und zielgerichtete Entwicklung muss die zukünftige Ausrichtung des Lausitzer Seenlandes für die nächsten Jahre erarbeitet, sowie Ziele und Schlüsselprojekte den Entwicklungen angepasst und neu definiert werden.

Ziele

  • Schaffung eines Handlungskonzeptes
    für eine weiterhin zielgerichtete und nachhaltige Entwicklung des Lausitzer Seenlandes
  • Entwicklung eines ganzheitlichen Lösungsansatzes
    für die raumstrukturelle Entwicklung bei Integration regionalplanerischer und regionalpolitischer Zielsetzung
  • Anpassung und Neudefinition von Schlüsselprojekten
    mit Projektzielen und Funktionszuweisungen der Seen
  • Stärkung des zentralörtlichen Charakters der Stadt Hoyerswerda
    (Hoyerswerda als „Herz des Lausitzer Seenlandes“) und Betrachtung der Vernetzung mit dem Umland (z.B. Nutzung der (basis-) touristischen Einrichtungen in Hoyerswerda durch das Umland)
  • Stärkung der interkommunalen Kooperation
    im Bereich des Zweckverbandes Lausitzer Seenland
  • Stärkung der überregionalen Kooperation
    und Vernetzung mit Aktionsräumen außerhalb des Lausitzer Seenlandes, auch über die Landesgrenze hinweg

Umsetzung

Die Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen erfolgt sukzessive durch den Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen. Der Geschäftsstelle steht mit dem REK ein Handlungsleitfaden zur Verfügung, der die weiterhin zielgerichtete und nachhaltige Entwicklung des Lausitzer Seenlandes festschreibt.

Der Freistaat Sachsen unterstützt die Erarbeitung der Fortschreibung des regionalen Entwicklungs- und Handlungskonzeptes und deren Umsetzung fachlich sowie finanziell.

Prozessbegleitend werden thematische Arbeitsgemeinschaften (AG) gegründet. Diese setzen sich aus kommunalen, Wirtschaftschafts- sowie weiteren Vertretern zusammen. Aufgabe der AGs sind es, als begleitendes Gremium die Zwischenergebnisse zu bewerten und den Prozess mit zu gestalten und zu lenken.